Fabio Lomartire - Fahrer im Fokus

Geschrieben von Sabine am 25.11.2020 um 21:14


Fabio Lomartire - Fahrer im Fokus
Diese Woche ist unser Fahrer im Fokus auch der erste Tänzer im Fokus - Fabio Lomartire!

Am 13.5.1985 in Dielsdorf bei Zürich geboren und in Regensdorf aufgewachsen und bis heute wohnhaft, ist Fabio gebürtiger Schweizer obwohl er lediglich einen italienischen Pass besitzt. Seine Eltern kamen ein paar Jahre vor seiner Geburt aus Italien nach Schweiz, da die gewünscht Zukunft damals in Süditalien nicht realisierbar war. Sein Vater war immer mal wieder in der Schweiz und hatte dort auch bereits Arbeit gefunden und als Fabios Mutter mit seinem ältesten Bruder schwanger war, folgte sie ihrem Mann in die Schweiz. Der Vater wollte immer mal wieder zurück nach Italien und bis Fabio 18 Jahre alt war, hat die Familie jedes Jahr die alte Heimat besucht. Auch wenn der ehemalige Enterprise Sales Account Manager bei Microsoft sehr familiär ist, wollte er nach 18 Jahren Familienurlaub die Welt für sich erkunden. An Simracing war zu dieser Zeit nicht zu denken. Seine damaligen Hobbys waren Handball und Counter Strike. Seine beiden Brüder hatten ihn erst mit zur Leichtathletik genommen aber das war nichts für den Importsachbearbeiter. Er ist ein Teamplayer und da beide Brüder ebenfalls Handball spielten, schaute er sich auch diesen Sport einmal genauer an. Im Handball war er in der Zukunft dann sehr erfolgreich und spielte in der zweithöchsten Juniorenliga der Schweiz. Es war für ihn nicht immer einfach wie er erzählt, da er in der Pubertät "aufging wie ein Kuchen" nach seiner Aussage. Außerdem erzählt er von seinem sehr schnellen Auffassungsvermögen, welches schnelles intellektuelles Verständnis komplexer Begebenheiten schafft. Leider ist die schnelle Auffassungsgabe nicht bei seinen Muskeln angekommen. Er musste immer härter trainieren als die anderen um das selbe Ziel zu erreichen. Dieser Umstand verhalf allerdings längerfristig dann auch dabei, wieder seine normale stattliche Figur zurückzubekommen. Sein Vater fuhr in quer durch die Schweiz um zu trainieren oder an Meisterschaften teilzunehmen. Es war sehr zeitintensiv aber Fabio denkt gern an diese Zeit zurück. Sein Trainer hatte genau das vor jedem Wettkampf damals prophezeit: " Ich weiss es ist hart, aber kämpft weiter. Irgendwann werdet ihr aufhören aber ihr werdet immer an diese Zeit denken wie ihr gegen die Top-Teams gespielt habt!" und er behält recht! Zudem hat der Filmliebhaber seine damaligen beste Freunde dort kennengelernt und diese kommen nach wie vor regelmäßig zum zocken bei ihm vorbei. Mit 20 Jahren hatte er einen Kreuzbandriss und nach dieser doch recht großen Pause ist er nie mehr wirklich zum Handball zurückgekehrt. Ab und an spielte er noch in der dritten Liga aber ohne vorheriges Training was dazu führte, dass er nach jedem Spiel eine Woche lang nicht mehr laufen konnte. Dies hatte so demnach keine Zukunft und mit 23 Jahren beendete er seine Handballkarriere. 

Parallel zum Handball spielte er immer mal wieder Counter Strike aus LAN-Partys und war dort ebenfalls recht erfolgreich. Hiermit konnten seine Eltern allerdings nicht wirklich etwas anfangen. Er spielte für ieS virtual gaming, welches seit 2002 über die Jahre gesehen das erfolgreichste Schweizer eSport-Team ist. Seit nunmehr 20 Jahren sind seine besten Freunde alle Teil dieses Teams und er zockt nach wie vor gerne. Da auch er, wie fast jeder seiner Generation, als Michael Schumacher Fan großgeworden ist, hatte er auch alle F1-Titel gespielt, aber dabei blieb es bisweilen. 

Mit 21 Jahren überredete ihn seine damalige Freundin zu einem Besuch einer Tanzschule. Er selbst hatte nicht damit gerechnet, dass er am selben Abend noch die Anmeldung unterschreibt und kurz darauf sogar selbst eine Tanzlehrerausbildung absolvierte. Sein Fachgebiet ist Salsa - Miami Style. Die Musik fand er schon immer gut, hatte aber nie an tanzen gedacht und plötzlich war er Mitglied einer Showtanzgruppe und wurde für Events gebucht. Er gab außerdem Unterricht in einer Pizzeria/Bar/Tanzclub/Karaokebar, ja so hat Fabio es mit einem lachen beschrieben. Da er die Sonne liebt und seine italienischen Wurzel unwiderlegbar sind, ist es nicht abwegig, dass er auch mal über die Eröffnung einer eigenen Tanzschule in Italien nachgedacht hat. Außerdem fühlt er sich bei jedem Besuch seiner Familie in Italien, egal wie lange man sich nicht gesehen hat, als wäre er nie fort gewesen. Dieses Gefühl ist wirklich schön. Ehrlicherweise, so sagt er, fehlte der Mut mit Mitte zwanzig alles zurückzulassen und in sein Heimatland zurückzugehen. Er liebt das Land, aber wer Süditalien kennt, weiss wie speziell und schwierig die Situation dort ist. Auch heute denkt er noch oft darüber nach, da ihm seine Familie einige Jahre später erzählte, dass in seiner Wunsch-Location wirklich eine Tanzschule eröffnet wurde und sogar gut läuft. Er bereut seine Entscheidung manchmal, aber dann fällt ihm immer wieder auf, was in der Zwischenzeit hier alles wunderbares passiert ist: Für ihn das bedeutenste Erlebnis, ist die Ernennung als Patenonkel der Kinder seiner beiden älteren Brüder. Dies ehrt ihn sehr und mit einem lachen erzählt er, dass es ihn immer noch manchmal überrascht. Schließlich sind seine Brüder 6 und 11 Jahre älter und haben trotzdem ihn, das Nesthäkchen auserwählt. Ein weiterer Punkt, welcher ihn daran erinnert wie gut es war, in der Schweiz geblieben zu sein, ist die Gründung von ieS Simracing Schweiz. Welche standesgemäß bei einem Fondue-Essen beschlossen wurde. Wie bereits in dem Interview mit Adrian Thomi erwähnt, war Fabio hier ein wichtiger Bestandteil, wenn nicht sogar DER entscheidende Part. Durch seine jahrelange Zugehörigkeit bei ieS virtual Gaming und seine Freundschaft mit dem Gründer Torsten Isenschmid war Fabio derjenige, der eine Simracingabteilung für ieS virtual Gaming vorgeschlagen hatte. Durch Zufall hatte er mitbekommen dass es über die Jahre hinweg inzwischen wirklich gute Hardware für Rennspiele gibt - Diese Erkenntnis ist ca. zwei Jahre her. Also kaufte er sich ein Thrustmaster T300 mit einem Wheelstand und installierte iRacing. Die Hardware behielt er aber iRacing wurde nach zwei Wochen wieder deinstalliert. Er kam einfach nicht zurecht und das betraf nicht nur das fahren. Daraufhin versuchte er diverse Titel aus (AC, Automobilista, Project Cars) aber iRacing war die realistischste Simulation und somit musste er dem ganzen nochmal eine Chance geben. Er veröffentlichte eine Kontaktanzeige und hoffte auf Leute die ihm helfen können, diese komplexe Software und den Aufbau der Seite usw. zu verstehen. Daraufhin meldete sich Adolf Egli bei ihm und man könnte fast sagen der Rest ist Geschichte. Zusammen gründeten die beiden Simracing Schweiz gemeinsam mit Adrian Thomi und Marcel Meyer. Dann sprach Fabio mit seinem Freund Torsten und bei besagtem Fondue beschloss Simracing Schweiz eine Kooperation mit ieS virtual Gaming einzugehen. Hier betont Fabio wie dankbar sie Torsten für den enormen Support und den gleichzeitig sehr großen Freiraum, welchen er ihnen bei der Realisierung gab, sind. Er spielt eine wichtige Rolle in der Geschichte von ieS Simracing Schweiz.

Simracing ist inzwischen nicht nur Fabios "Herzhobby", es schafft auch eine ganz besondere Verbindung zwischen Fabio und seiner Mutter. Er erzählt strahlend dass sie wirklich jedes einzelne Rennen von ihm ansieht und die beiden nach jedem Rennen telefonieren. Man spürt wie wichtig Fabio seine Mutter und auch deren Anerkennung für seine Leidenschaft ist. Des Weiteren hat Simracing ihm Adrian Thomi "gebracht" und auch hierfür ist Fabio wirklich dankbar, denn die beiden sind ein unfassbar gutes Team und wahre Freunde. Wobei Fabio klar sagt: "Thomi ist ein sehr cooler Typ, aber ich will trotzdem schneller sein". Genau diese "Rivalität" pusht beide enorm und ohne einander wären sicherlich nicht an dem Punkt, an dem sie heute stehen. Immer mehr junge coole Leute werden Teil von ieS Simracing Schweiz und der Spirit der beiden geht hoffentlich auf die Neuzugänge über. Wenn man eins über Fabio und Adrian sagen kann: Sie sind unfassbar sympathische, liebenswerte und humorvolle Persönlichkeiten! 

Was sein krassestes Erlebnis bisher war, ob Simracing oder tanzen anstrengender ist und was seine nächsten Ziele im Simracing sind, erfahrt ihr im Interview: 


Was ist dein krassestes Erlebnis? 

Da gibt es einige und auch solche die ich hier lieber nicht öffentlich Erzählen möchte *lacht*

Ein Highlight war aber definitiv das Überraschungsgeschenk von meinen Eltern zu meinem 18ten Geburtstag: Formel 1 Rennen in Imola auf der Tribuna A.


Was ist anstrengender: Tanzen oder Simracing ? 

Würde schon sagen, das Tanzen anstrengender ist. Auch wenn man nach einer Stunde im Sim je nach Strecke auch Mal schnell ausgelaugt ist. Jedoch muss ich im Simracing keine Tanzpartnerin führen, was die ganze Sache schon etwas simpler macht *lacht*


Was sind Deine nächsten großen Ziele im Simracing ?

Kurzfristig in der Virtualracing GTS den 4ten Platz zu verteidigen und 2. Platz in der Teamwertung, die Titelverteidigung in der Flanc F3 Meisterschaft, Podest in der Swiss Simracing Series sowie auch im letzten Racing Unleashed Rennen. Langfristig ist aber mein Ziel den Gap zu den Topfahrern und Aliens etwas zu schliessen und da näher ran zu kommen.

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