Adrian Thomi - Fahrer im Fokus

Geschrieben von Sabine am 23.09.2020 um 10:11


Adrian Thomi - Fahrer im Fokus
Diese Woche steht im Zeichen der Schweiz. Unser heutiger Fahrer im Fokus ist Adrian Thomi. 

Die Geschichte des heute 33-jährigen beginnt etwas anders als die bisherigen. Natürlich gibt es Parallelen zum klassischen Weg des Simracers. Als kleiner Junge ist er mit seinem Vater zu jeder erdenklichen Uhrzeit aufgestanden um die Formel 1 live zu verfolgen. Doch schon hier zeigen sich die ersten Unterschiede, denn Adrian erwähnt zwar "Schumis Zeiten" aber für ihn war Ayrton Senna immer der bessere Fahrer. Er spielte auch Grand Prix 2 und 3 sowie Project Cars 1 und 2. Aber wirklich zufrieden mit der Physik war er nie und betrachtete das ganze virtuelle Rennfahren als Spielerei und realitätsfremd. So endete also sein Bezug zum virtuellen Fahren und er konzentrierte sich in seiner Freizeit komplett aufs Rennkart fahren. Hier könnte die Geschichte im Bezug auf Simracing enden und es gäbe ieS Simracing Schweiz nicht - zumindest nicht in der heutigen Form.

Zum Glück wurde Adrian bei einem Bier auf der Kartstrecke von seinem Kartkollegen Adolf Egli mittels liebevoller Nötigung zu iRacing gebracht und somit auch zum Simracing. Denn genau das hatte der Techniker gebraucht. Er sagt selbst "Von da an war der Virus Simracing eingepflanzt und ich bin nicht mehr davon weggekommen....Erst mit iRacing merkte ich, dass da mehr ist mit Sport!" Von nun an schreiben die beiden Kollegen gemeinsame Geschichte. Sie "suchten" ein halbes Jahr iRacing und starten dann einen Aufruf bei Facebook. Hierauf melden sich Fabio Lomartire und Marcel Meyer und das Swiss Simracing Team ist gegründet. Ein weiteres halbes Jahr später, ergab sich die Möglichkeit mit ieS Virtual Gaming das Team auf das nächste Level zu heben und so entstand ieS Simracing Schweiz. Inzwischen hat der Verein 26 Mitglieder. Da alle Teammitglieder wohnhaft in der Schweiz sind, können sie sich jedes Jahr mindestens zweimal sehen. Unserem Fahrer im Fokus liegt viel daran die Community in der Schweiz zu stärken. Außerdem setzt er sich dafür ein, dass Simracing mehr wahrgenommen wird. Er ist schließlich das beste Beispiel, dass manchmal nur die Wahl der falschen Software eine unentdeckte Leidenschaft blockieren kann. Auch wenn Adolf Egli nur noch in der Wintersaison aktiv Simracing betreibt, hat er uns Adrian Thomi und ieS gebracht - Und das ist ein wirklicher Mehrwert für die Szene. 

Adrian, der eigentlich ruhige Fahrer, fühlt sich gerade bei Langstreckenrennen wohl, da er sich lange konzentrieren kann. Seine Stärken liegen im Zweikampf und den Setup-Abstimmungen. Das Zimmer seiner zweijährigen Tochter, wo sein Rig stand, musste er trotzdem räumen. Denn ein ruhiger Fahrer kann trotzdem sehr laut lachen wenn die Stimmung im Team stimmt und das ist bei ies Simracing Schweiz definitiv der Fall. Nicht nur für regelmäßiges Lachen sorgen seine Teamkollegen sondern auch für die gegenseitige Motivation. Mit Fabio Lomartire hat er einen Team-Kollegen gefunden welcher ihn permanent fordert und immer weiter antreibt. Zusammen pushen sie sich gegenseitig um immer schneller zu werden. Trotz Konkurrenz helfen sie sich gegenseitig und freuen sich über die Ergebnisse des anderen. Gemeinsam versuchen sie das Team auf das nächste Level zu bringen. Sie sind extrem ehrgeizig und geben alles, um die Top-Playern im Simracing ein bisschen zu überraschen - sagt er mit einem lachen. 

Sein selbstgebautes Alu-Rig steht nun in einem eigenen Simracing-Zimmer - natürlich mit einer Kaffeemaschine zusammen. Denn er arbeitet nicht nur bei einem Kaffemaschninenhersteller, Kaffee ist auch ein wichtiger Bestandteil seines "Renn-Rituals". Vor jedem Rennen trinkt er eine Tasse Kaffee und hört sich gute Laune Musik an um sich selbst zu erden. Dabei schaut er sich gerne Rennen von anderen an um zu sehen wo die meisten Unfälle, Überholmanöver usw. passiert sind. Nicht zu vergessen, in dem Zimmer steht auch noch der größte Stolz seiner Tochter - Ihr kleiner roter Porsche. Auf die Frage ob er auch so einen in groß fährt, antwortet er mit einem lachen "In der Sim ja, in real bin ich am sparen aber eines Tages wird einer in meiner Garage stehen". Was jedenfalls schon bereit steht ist ein Kartsitz und ein Logitech G29 für seine Tochter, sowie den im März kommenden Nachwuchs. Sie freuen sich riesig auf die zweite Tochter und wer weiß, vielleicht sind die beiden ja dann nicht nur stolz auf Adrian als tollen Vater, sondern auch auf den künftigen Schweizer Simracing-Meister. Denn die Qualifikation zur Swiss Simracing Series zählt zu seinen persönlichen Highlights. 

Was er alles erreichen möchte, welche Tipps er Einsteigern gibt und wie er die Zukunft von Simracing und Motorsport sieht, erfahrt ihr im Interview: 


Was willst Du im Simracing noch erreichen? 


Zum einen Schweizer Simracing Meister werden und zum anderen möchte ich versuchen unserer Team in der Simracing Szene zu etablieren. Wir stehen erst am Anfang und können noch einiges erreichen


Was würdest Du einem Interessenten/Einsteiger für Tipps geben? 


Ich würde empfehlen sich einem bestehenden Team anzuschliessen. Simracing macht meiner Meinung nach nur Spass wenn man Freunde hat mit denen man das Hobby teilen kann. Zudem kann man von teils viel Erfahrung profitieren und kauft von Anfang an das richtige Material.


Ist in Deinen Augen Simracing die Zukunft im Motorsport?


Ich finde man sollte langsam aufhören, den realen mit dem virtuellen Motorsport zu vergleichen. Für mich sind das zwei unterschiedliche Disziplinen welche beide ihre Daseinsberechtigung haben. Beide Sportarten haben ihre Vor und Nachteile. So wie die Formel 1 und Formel E... beides ist Motorsport und begeistert Millionen, trotz signifikanter Unterschiede. Also lasst uns gemeinsam Simracing zu der geileren Alternative zu machen und damit aufhören, virtuelle Rennen hinter dem realen Motorsport zu verstecken.


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